Die Notizen - Amtskalender 1937

25. Oktober Eintreffen in Kronheide
Besuche bei Ältesten, Lehrern, Bürgermeister, Amtsvorsteher: Stang?, Vauk, Dröse, N. Zarnow, Beyersdorf, Löhrke, Volkmann, Radebach, Pahl.
8 Uhr Bibelbesprechstunde -Andacht
26. Oktober 13 Besuche vormittags, 12 Besuche nachm.
2 Uhr Mädchen 4 Uhr Jungen Jochen
Abend Thema: Kinder, Andacht ich: Liebe - Schlüssel zu Gott. B.L. 1.Joh. 4,7-15
27. Oktober Montag 23 Besuche Kinder ich - (durchgestrichen)
ausgef. H.J.
28. Oktober

etwa 12 Besuche, 2-6 Uhr Kinder ich; 26 M., 7 J. in Oberkronheide.
8 Uhr Bibelstunde Jochen über Taufe, Andacht ich
B.L. 1. Joh. 5,1-5 Glaube + Kraft

29. Oktober14 Besuche Kinder Jochen
Volksmiss. Abd: ich: christl. Eltern 60 Besucher, Andacht Jochen
30. Oktober SamstagVolksmiss Abd.: Hausgemeinde Jochen, Andacht ich, Thema Freude
31. OktoberReformationsfest Hasenjäger Gottesd1. November9 (12) Besuche, Kinder ich: 14 J.,17 Mädel Programm über: der Sonntag ich etwa 40 (25), Andacht Jochen
2. November18 Besuche, 23 Kinder Jochen
Abends: Beichte Jochen, Andacht: ich, Thema: Wahrheit, B.L. 3. Joh. 1-8
3. November20 Besuche, Kinder ich
Abend ich: Abendmahl 50 bis 60 (40 Kfm.)4.NovemberAndacht Jochen
Kinder Jochen, unser Sonntag Jochen, Andacht ich
5. NovemberNeu-Zarnow
Kinder ich: J. 23, M 16
Abend ich: Hausqemeinde, Andacht Jochen
6. NovemberKinder Jochen
Abendmahl Jochen, Andacht ich
7. November Sonntagnachmittags Schlussfeier
Gottesdienst Besch mit Bläsern 200 Besucher
11. NovemberKladow-Kehrberg
Besuche Kladow etwa 10
Besuche Lindow etwa 20
1/2 8 Uhr Taufe ich in Kladow 2Uhr Jochen
12. November3 Besuche Lindow
Besuche Kladow etwa 20; 1/2 8 Uhr Abendmahl Jochen, Andacht ich, B.L.
13. NovemberBesuche Kladow
14. November Sonntagvormittags 2 Andachten b. Bernsen u. Papke,
nachm. bis 1/2 8 Uhr Schule
Taufe ich ca. 40 Besucher
15. NovemberAndacht Kladow ich
Eltern-Haus Jochen
Kehrberg Besuche etwa 15
Kinder ich (Elisabeth v. Thüringen 16.11.1231)
16. November7 Uhr Beichte und Abendmahl ich (25)
Besuche etwa 15
Kinder in Kehrberg Jochen
17. November Buß-u-BettagGottesdienste ich:
9 Uhr Kladow (70)
1/2 11 Uhr Kehrberg (45) 2 Uhr Lindow (27)
18. NovemberKehrberg Besuche etwa 20
Taufe Jochen, Andacht ich: Losung
19. NovemberKehrberg
Leben unter Christus ich, 35 - 40 Besucher
nachm. Kinder 2 Uhr 25 K. 10 Besuche
20. NovemberKehrberg
Beichte u. Abendmahl Jochen, Andacht ich, Besucher 50
21. NovemberTotenfest Gottesdienste Jochen: Kladow, Kehrberg, 10.30 Uhr Lindow, Abendbrot
29. NovemberRegenwalde
30. NovemberGr. Raddow
80 Besucher, etwa 25 Besuche Koll. 4,10 Schriften 5
1. DezemberKl. Raddow
80 Besucher, Koll. 3,- Schriften 9
2. DezemberLowin
8 Uhr 40 - 50 Besucher Liebe, Koll. 3,50 Schriften 2,70
18 Besuche
3. DezemberArnshagen
6 Uhr 40 - 50 Besucher, Koll. 3,- Schriften 6,20
35 Besuche
4. DezemberLowin
Koll. 9,10,Sch. 8,90
Auslage Mittag -,80 RM

Paetzig
1/2 8 Uhr über 50, Koll. 2,10 Schriften 3,95
5. Dezember 1. AdventGottesdienst 40 - 50 Besucher, Koll.2,60
6. DezemberRoggow
ca. 73 Besucher, Koll.1,10 Schrift -,20
7. Dezember21 Besuche in Roggow
Eltern ich ca. 85 Besucher, Koll.1,85 Schriften 7,15
8. DezemberRoggow
5 Besuche
Jochen 73 Besucher, Koll.2,05 Schrift. 1,40
9. DezemberLessentin
Taufe Jochen
10. DezemberElternhaus ich, 70 Besucher, Koll. 2,50 Schr.4
11. DezemberLessentin
Abendmahl ich 80 Besucher, Koll.5,15 Schr.5,4
12. Dezember 3. AdventSchluss Regenwalde
Gottesdienste 1/2 11 Uhr in Roggow Jochen
9 Uhr in Lessentin ich
ca. 50 Besucher Koll.5,40.
3. Januar 1938Rappin
Abend: Besucher 14/16, Schriften 2,- Koll. -, 41 Besuche
4. JanuarSchweikvitz
Abend: 33 Besucher, Schriften 1,30 Koll.1,ol Besuche
5. JanuarRappin
Abend: Besucher 20, Schriften -,70 Koll.-,50
Besuche in Helle u. Schweikvitz
6. JanuarSchweikvitz
Abend: 60 Besucher, Schriften 3,- Koll.1.19
Besuche in Bubkewitz
7. JanuarRappin
Abend: 40 Besucher, Schriften 2,-,Koll.1,19
8. JanuarBubkewitz
Abend: Besucher 25, Schriften 1,20
9.Januar SonntagRappin
Besucher 19/8, Koll.4,50
10. JanuarBesuche in Reischwitz, Gademow, Parchtitz, usw.
Verbot!
11. JanuarAbreise
20. JanuarAnreise Velgast
21. JanuarBesuche in Hovet u. Alt- u. Neu-Seehagenta 25
22. JanuarHovet
8 Uhr Jochen Besucher 30 + 15, Schriften 1.05
Andacht ich, Besuche 25
23. Januar SoHovet
8 Uhr: ich Besucher 30 + 17, Koll.-,90,Schriften 3,90
Besuche 10
24. JanuarVelgast
Jochen Besucher 90, Koll 2,13 Schrift.2,15 Besuch 25
25. JanuarVelgast
ich Besucher 170, Koll.6,40 Schrift.8,40 Besuche 25
26. JanuarVelgast
Jochen Besucher 135, Koll.2,60 Schrift.2,40
Besuche in Manschenhagen u. Nachm. in Starkow
Andacht: Lehrtext, Ziethen vor 152 Jahren
27. JanuarStarkow
ich Besucher 33 (25 E) gut!, Koll.1,05 Schriften 4,10
28. JanuarBussin
Jochen Besucher 33, Koll. 0,74 Schift.2,40
Besuche in Altenhagen, Abendmahl bei einer alten Frau.
29. JanuarAltenhagen
ich Besucher 45,Koll.1,- Schriften 4,
30. Januar SonntagGottesdienste Velgast u. Starkow 1/2 10 Uhr
Besucher Velgast 40
4.-13. FebruarFuhlendorf, Bodstedt, Pruchten, Bresewitz
5. FebruarBesuche Pruchten
6. Februar SonntagBesuche Pruchten bis Mittag,
nachm. Bodstedt zum Gottesdienst bei Korth
Abend: Jochen Taufe Besucher 60-70, Koll 1,70, Schrift.5,10 Andacht
7. FebruarPruchten
ich Abendmahl Besucher 80 - 90, Koll. 2,80
Schriften 9,20 Besuche in Bresewitz, etwa 30.
8. FebruarZingst (durchgestrichen) Prerow
9. FebruarBresewitz
Abend: Besucher 60, Koll.2,24 Schrift.:3,70
10. FebruarBresewitz
Abend Besucher 50, Koll. -,50 Schrift.3,85.
Besuche Fuhlendorf
11. FebruarFuhlendorf
Abend Besucher 70, Koll., Schrift. 2,10 Besuche in Bodstedt
12. FebruarFuhlendorf
Abend Besucher 85 (1 Aufpasser) Koll.2,17 Schrift.:8,70
13. FebruarSonntag Bodstedt
1/2 10 Gottesdienst 69 Erw.,36.Kinder. Koll. 4,
17.-27. Februar Treuen, Sassen, Koch, Trantow,
25. FebruarAnreise Sassen
26. FebruarBesuche in Sassen
27. FebruarSonntag zum Gottesdienst bei Koch in Pustow
28. Februar1. Abend Sassen schlechtes Wetter, Besucher 40, Koll.2 Schrift. 2,25
Besuche in Treuen und Ausbauten
1. März2. Abend Besucher 50, Wetter sehr schlecht Koll.1,85 Schrt.:2,30
Besuche in Schmietkow, etwa 15 Haushaltungen
2. März3. Abend Besucher 42, Wetter sehr schlecht Koll.1,50 Schrift.:5,10
Besuche in Pustow, etwa 17 Haushaltungen
3. März1. Abend Pustow Besucher 40, Koll.1,25 Schrift.:1,80
Besuche in Damerow, etwa 10 Haushaltungen
5. März2. Abend in Pustow Besucher 25, Koll.1 Schrift.1,45
6. März SonntagAbschlussgottesdienst Besucher 55, Koll.3,50
12. MärzAnkunft (kein Ort notiert, vermutlich Ahrenshaqen)
Besuche Bürgermeister + Lehrer
13. März SonntagGottesdienst ich 1/2 10 Uhr, 35 Erw. 15 Kinder, Koll.2,40
Abend Jochen Besucher 45-50, Koll. 1,25 Schriften: 3;05
Besuche in Wiepkenhagen ca. 25
14. März2. Abend: ich Besucher 57, Koll. 3,- Schriften: 4
Nachm. 3 Uhr Kinder
15. März3. Abend Jochen Besucher (Zahl fehlt) Koll. 1,50 Schriften: 4,00
16. MärzAbreise
20. MärzSonntag Predigttext und Ev. sind im Kalender unter 1.Petr.1,13 niedergeschrieben. Es ist also möglich, dass wir die Woche in Zarnekow mit einem Gottesdienst begonnen hatten.
21. MärzBesuche in Möckow und Zarnekow
22. MärzAbend in Zarnekow 35 Besucher, Koll. 2,25 Schriften: 2,75 Besuche Karleburg, Kinder etwa 30 Jochen23. MärzBesuche in Steinfurth und Brüssow
24. MärzAbend Karlsburg 35 Besucher Koll. 1.75 Schriften:2,70
Abend Lühmannsdorf 50 Besucher, Koll. 50 Schriften 2,60
25. MärzAbend Lühmannsdorf 40 Besucher, Koll. 1,50 Schriften 4,-
26.MärzAbend Wrangelsburg 30 Besucher, Koll.1,25 Schriften 5,90
27.MärzAbreise

 

Unser Einsatz endete, denn zum 1. April übernahmen wir im Kirchenkreis Altentreptow die Pfarrstellen Werder und Altenhagen

Soweit die Notizen aus meinem Amtskalender, die ich möglichst genau, auch in ihren stichworthaften Charakter, abgeschrieben habe. Dabei bleiben nun allerdings mancherlei Fragen offen, sollten sie ja nur Notizen für den ausführlichen Bericht sein, der jeweils nach der "kirchlichen Woche" einzureichen war, leider hat sich unter meinen Sachen kein solcher Bericht erhalten. Auch sind wohl alle amtlichen Unterlagen beim Provinzialverein für I.M. in Stettin verloren gegangen. Aus meiner Erinnerung und anderen Quellen sei im Folgenden auf einige Fragen eingegangen.


Erläuterungen

1. Frage: Welche Räume wurden benutzt?
Da es Winter war kamen die ungeheizten Kirchen nicht in Frage. Eine Ausnahme machte Lühmannsdorf, wo der Betsaal heizbar war und wohl auch Kronheide. Sonst standen in den Küsterschulen die Schulklassen zur Verfügung, doch wurden auch andere Großräume angemietet, wie es aus dem Schreiben von P. Schmidt-Patzig zu ersehen ist.

2. Frage: Wie war die Beteiligung?
Trotz winterlicher Bedingungen, frühe Dunkelheit, schlechte Wege, war die Beteiligung, der Besuch der Veranstaltungen, ungewöhnlich groß. Unsrer persönlichen Einladung, meist am Tag vorher oder dem Vormittag desgleichen Tages waren in vielen Orten, sowohl in Hinterpommern wie in Vorpommern alle Familien gefolgt, zumal sich in den meisten Gemeinden Einwohnerzahl und Seelenzahl deckten.

3. Frage: Was war von einer Reaktion der NSDAP zu spüren?
Dass am 27. Nov. in Kronheide die Kinderstunde der Hitler-Jugend wegen ausfallen musste, mag mit einem schon festgesetzten Termin für die HJ-Veranstaltung begründet gewesen sein, denn an den folgenden Tagen wurden Kinderstunden von uns durchgeführt. Auffallen aber muss, dass bei den nun folgenden "Wochen" erst in Zarnekow/Karlsburg eine Kinderstunde vermerkt werden konnte und hier im Kirchspiel Zarnekow vom Lehrer in Lühmannsdorf notiert wurde: Lehrer ordtl. , was offensichtlich nicht von allen gesagt werden konnte, waren doch die meisten von ihnen inzwischen PG. und damit auf die Kirchenpolitik der Partei verpflichtet, was allerdings nur in wenigen Fällen (nach meiner Kenntnis dahin auswirkte, dass der Lehrer und Organist, wie in Altenhagen, den Religionsunterricht, den er weiterhin erteilte (was nicht alle mehr taten) dazu missbrauchte, nationalsozialistische, antichristliche Schulung zu betreiben.

Ganz massiv reagierte dann aber die Partei auf Rügen. Nachdem wir die Woche in Rappin ungestört hatten durchführen können, wurden uns in Patzig die Veranstaltungen verboten und wir mussten das Kirchspiel verlassen. Es ist anzunehmen, dass wir seitdem beschattet wurden, in Fuhlendorf Kreis Barth machte man uns auf den Aufpasser aufmerksam.

Dass nach unserem "Wintereinsatz" die volksmissionarische Arbeit in Pommern nicht ruhte, geht aus einem Schreiben hervor, das mit meinem Amtskalender erhalten blieb. Die Themen, die in der Rüste erarbeitet werden sollten, weisen auf die wachsende nationalsozialistische Propaganda hin, der apologetisch zu begegnen.