Tagebuch angefangen am 1. April 1927,
am 112. Geburtstag Bismarcks
April
1.
Freitag. Der Wille macht den Mann! Neulich arbeitete ich im garten und war verdrießlich, dass ich mich allein beschäftigen sollte, während Helmut Rad fuhr. Ich wollte zuerst mich ganz dem Verdruss in die Hände geben, als ich mir sagte, dass ich lieber Vernunft und Wille einsetzen sollte.
2.
Der Anfang ist das Schwerste von allem. Zum Anfangen eines Bildes gehört auch eine be-stimmte geistige Verfassung. Hierauf baut sich das Übrige auf.
3.
Sonntag. Man kann nie sagen: das und das will ich heute tun, denn man weiß ja nicht, ob nicht etwas Wichtigeres getan werden muss. Im Glück muss sich der Mensch vor dem Übermut, im Unglück vor der Schwermut in Acht nehmen. Der Übermut: verleitet zu Fehlern, der Schwermut aber erschlafft die Kräfte. Ich glaube dass alles Menschenwerk Stückwerk ist.
4.
Man soll nie müde werden zu arbeiten, denn die Beschäftigung kräftigt Seele und Körper, und die Freude über ein gelungenes Werk ist schön. Wenn man etwa zu oft sieht oder hört, verliert es seinen Reiz und wirkt lächerlich. Die Musik ist eine Ausnahme. Die Stimmung ist auch bedingend.
5.
Uns erscheinen alte oder fremde Religionen lächerlich und wissen doch nicht, ob anderen unsre lächerlich scheinen werden.
6.
Des Menschen Können ist immer einseitig und unvollkommen. Der Mensch ist gewöhnlich mit dem, was er hat, nicht zufrieden. Das Fremde hat für ihn einen Reiz.
7.
Was Arbeit macht ist auch dem entsprechend wert. wir Menschen kennen nicht einmal das, was wir selbst gebrauchen und erfanden. Man ist von äußeren Umständen abhängig.
8.
Wenn das Leben eines Menschen ruhig und ohne Abwechslung vergeht, so wird aus dem Menschen ein Tier, das seiner gewohnten Beschäftigung nachgeht. Unglück und Glück aber erhalten und entwickeln die menschliche Seele und führen sie zu Gott.
9.
Irren ist menschlich. Es ist oft schwer, allen gerecht zu werden. Versetzt nach 0 II, Helmut nach O III. Wir sind die 1. Obersekunda, die statt der alten blauen Stürmer, Mützen tragen
10.
Der beste Richter ist das Gewissen. Es kommt nicht alles so, wie man es will. Ruth ist heute bei Herrn Pastor Fritsch konfirmiert worden.
11.
Das, was wir Menschen uns nicht erklären können oder was wir nicht kennen, das wirkt auf uns. Die Feigheit ist der Grund vieler Laster und Fehler. Heute gegen Morgen donnerte es einige Mal. Abends zog ein Gewitter an der Stadt vorbei das Licht setzte auf Minuten aus.
12.
Eigenwillen und Jähzorn sind die schlimmsten Feinde. Der Mensch gehört zu Menschen und braucht Liebe und Verständnis. Sich selber bekriegen ist der schwerste Krieg; sich selbst besiegen ist der schönste Sieg.
13.
Es ist schön Freunde zu haben. Wenn sich ältere Personen oder Lehrer um uns kümmern, oder sogar grüßen lassen. Zwei Lehrer: Dr. Bruinier und Zeichenlehrer Treuholz sind mir meines Zei-chentalents wegen Freunde geworden.
14.
Gründonnerstag. Des Menschen Wert besteht im Frieden von Neuem. Man soll nur soweit altes nachahmen, wie man es für nützlich hält. Ebenso zeugt es nicht von Fortschreiten der Kultur eines Volkes, wenn es alte Stielarten nachahmt oder es versucht. Die Witterung ist bestimmend für den Gemütszustand des Menschen.
15.
Karfreitag. Man kann nicht immer den Feiertag einhalten. Wenn man nicht in die Kirche. gehen will, soll man in den Ward oder über die Felder wandern. Sich Gottes Größe bewusst. Wenn man bei jeder Beschäftigung sich Gott vergegenwärtigt, so ist man wahrhaft fromm.
16.
Ostersonntag. Ein einfacher Mann erwiderte mir heute auf meine Frage: Wird denn ein Beil nur von einer Seite geschärft?: "Alles hat seine Wissenschaft". Und es ist wahr, wenn nicht Theorie und Wissenschaft zusammen gehen kann nichts Vernünftiges entstehen. Ich hab' wohl in der Schule das Kräfteparallelogramm oft genug gezeichnet, wusste aber nicht, weshalb das Beil nur von einer Seite geschliffen wird.
17.
Ostersonntag. Feiertage sollen Erholungstage sein, dauern sie aber zu lange, so werden sie nutzlos.
18.
Ostermontag. Ein Volk lebt, solange seine Fantasie sich regt. Die Witterung macht die Landschaft. Ein und dieselbe Landschaft sieht bei hellem sonnigem Wetter anders freundlicher und schöner aus als bei grauem Regenwetter. Um die Schönheit eines Gegenstandes oder einer Landschaft zu erkennen, muss man es unter verschiedenen Verhältnissen sehen.
19.
Helmuts Menschen zu haben, mit denen man sich aussprechen kann, ist wertvoll. Des Menschen Können hängt von seiner Stimmung ab. Der Mensch wird von der Gewohnheit regiert. Es ist gut, einen Dialekt zu gebrauchen, den man nicht ganz beherrscht. Man überlegt dann besser, was man spricht.
20.
Man darf das Leben nie von seiner schlechten Seite ansehen, dann ist es öde und traurig. Man muss daran denken, dass es noch soviel Sonnen- wie Schattenseiten gibt.
21.
Die Welt wäre schöner ohne die vielen Köpfe.
22.
Der Mensch gewöhnt sich leicht an Neues. Man soll nie zweierlei nebeneinander tun. Die Missgunst ist ein arger Feind des Friedens. Man soll nie Freude oder Schmerz zeigen. Das eine könn-te Neid, das Andre Verachtung erzeugen.
23.
Wenn man etwas Neues lernen oder machen soll, scheint es unmöglich oder schwer; kann man es aber etwas, so will man es auch schon gänzlich können. Das Seltene wir oft für unecht gehal-ten Alles scheint schlimmer als es ist.
24.
Sonntag. Das Unbegrenzte ist Nichts. Man kann immer wieder etwas Neues lernen und nie behält man dieselbe Anschauung von Dingen. Bücher und Menschen veranlassen den Geist zum Nachdenken und Prüfen.
25.
Der Mensch geht nicht gern allein. Man darf nie sagen: Es gibt eine gute Ernte, man weiß ja nicht was kommt. Die Wissenschaft darf eigentlich nicht mit Täuschungen arbeiten. Man sagt: Zwei Parallelen treffen sich im Unendlichen, wenn man aber im Unendlichen ist, treffen sie sich aber nicht dort, sondern in einem andern Unendlichen; das Unendliche ist also Irreal.
26.
Nicht die Worte, sondern der Ton ist bezeichnend. Das Tier folgt nicht, deinen Worten, wohl aber dem Ton deiner Worte. Man ist nie in allem Meister. Wer mehr kann als seine Umgebung hat es schwerer als sie.
27.
Der Mann soll selbständig sein, frei von Einflüssen anderer. Wir wissen nichts, nicht einmal das, was kurz vor uns war. Kurz im Verhältnis der Weltepochen. Geschmack und Neigung lässt sich anerziehen. Man bedarf der Anregung und Anteilnahme. Was jetzt viel vorhanden ist, wird einst sel-ten sein, wie es auch einst selten war. Der Mensch ist der Ordnung untertan.
28.
Schreibe nie, wenn du erregt bist, du bereust es doch. Schaffen ist Leben, ist Freude. Rücksichtslosigkeit ist der größte Fehler, wenn aber noch Jähzorn hinzutritt, ist derjenige Mensch nicht zu genießen.
29.
Der Mensch muss sich zu helfen wissen. Wenn die schwarze Tinte fehlt, schreibt man halt mit roter. Der Mensch ist doch ein Händler und sucht seinen Vorteil.
30.
Man soll seinen Mund in Acht nehmen. Meistens bereut man es, wenn man es sich etwas mehr überlegt hat. Der Mensch muss gerade das tun, was nötig ist, hat er aber Zeit, soll er das Ziel weiter ausführen.


Mai

1.
Der Tod ist eigentlich nur eine Trennung. Wenn man von einem Menschen längere Zeit nichts sieht oder hört, so stirbt er für uns, und wird erst wieder durch Erinnerung neu geboren. Hört man aber nie mehr etwas, so erlöschen seine Züge und er ist für uns tot. Die Menschen müssen feiern. Pastor Prost eingeführt worden im E.J.V.A.
2.
Jeder Mensch ist ein Diplomat, der mit Klugheit und Verschlossenheit gegen Fremde seine Arbeit vollbringt. Man wird leicht brummig und ungeduldig, wenn etwas nicht gleich zur Zufriedenheit geht. Überlegung und ruhige Betrachtung führt eher zum Ziel. Die Geschichte eines Volkes soll ihm zeigen, dass es ihm jetzt noch nicht am schlechtesten geht:
3.
Da Ausflug, versetzte ich den Zaun. Erkältet. Helmut hat sich in Buddenhagen den Arm bzw. das Handgelenk verletzt.
4.
Wenn der Mensch nicht so vergesslich wäre! Helmut Unterarm (beide Knochen) gebrochen:
5.
Arbeit ist Gesundheit, Nichtstun Krankheit. Es ist wunderbar: Manche Menschen mit ziemlich starker äußerlicher Eigenheit werden weniger gehänselt als solche mit kaum merklichen, diese Menschen müssen doch etwas sehr Imponierendes an sich haben, sonst wäre es doch wohl nicht möglich.
6.
Bewegung ist Leben, Leben ist Fortschritt. Ohne Lust kein Fleiß und kein Erfolg. Spielen ist Arbeit und Arbeit soll Spielen sein. Was die Menge denkt, tut, glaubt ist selten das Beste.
7.
Das Gerechtigkeitsgefühl des Menschen ist stärker als sein Vorurteil Jeder ist von "Ben Hur" begeistert, trotzdem er ein Jude ist. Kennt man die Geschichte eines Volkes, muss man seinen Cha-rakter entschuldigen. Die Juden ein Volk ohne Staat wurden so zu den bekannten Charakteren.
8.
Sonntag es ist nicht leicht, allen gerecht zu werden. So wie der Mensch sich gehen lässt, macht er es falsch. Welcher Mensch ist immer offen und ehrlich zu seinen Nachbarn? Die es am meisten scheinen, sind es am wenigsten. Erst hören, dann richten.
9.
Vorurteile sind Zeichen von Gedankenlosigkeit. Jeder will, dass es ihm gut geht; der Mensch hat nie alles gute Eigenschaften. Von einem Menschen kann man nur Menschliches verlangen. Man muss im Leben auf Vieles verzichten, oft auf seinen Willen.
10.
Was der Mensch getan hat, ist fertig vorhanden. Was er sich vornehmen will, braucht nichts zu werden: Der Mensch braucht Vorbilder, Leute, von denen er lernen kann.
11.
Menschen kann man durch Freundlichkeit und gute Worte umstimmen das, was wir am bes-ten kennen sollten, können wir am wenigsten, die Natur. Durch Schaffen und Sich regen lernt der Mensch. Nicht Fürsten allein beherrschen ein Volk, sondern jeder Mann, der nach etwas strebt und etwas ist, beherrscht die Menge.
12.
Was man denkt, lässt sich wohl in Worte kleiden, was man fühlt, dagegen schlecht; der Mensch verrät sich in allem seinem Tun. das Wichtigste des Menschen ist der Trieb zu leben, das heißt zu schaffen.
13.
Die Hoffnung ist die Triebfeder des Leben, des Schaffens. Die Hoffnung der Kinder auf eine gute Zukunft, die Hoffnung der Eltern auf ihre Kinder, des Erfinders und Denkers auf Vollendung, auf Anerkennung. der Mensch sagt: "Es wird ja Winter, aber nicht Sommer, das hat sich wohl umkehrt." Und doch sät er und pflanzt und wäre enttäuscht, wenn es wirklich so käme.
14.
Wenn die Menschen sich nur um ihre täglichen Sorgen und Arbeiten kümmern, müssen sie zu Grund gehen. Man sieht nie ein und dasselbe, man spricht auch nie dasselbe. Des Menschen Streben gilt der Zukunft.
15.
Nicht immer kann der Mensch das Gute vom Bösen unterscheiden. Des Menschen Seele ist tief und undurchdringlich, nur -ahnen kann man ihre Qualität. Am tiefsten ist der Mensch gesunken, wenn seine ganze Freude und Lebensaufgabe im Essen, Trinken und faden Genüssen liegt. Reichtum erzieht nicht zur Arbeit, Arbeit wohl aber zu Reichtum, und zwar doppelten.
16.
Aus Zorn redet nie der Mensch das, was man für tierisch am Menschen hält, ist ein Zusammenhang mit der Natur. Nicht immer. ist der Mensch derselbe. Die Natur beeinflusst auch noch unsere Seele mehr als unsern Körper. Sich selbst betrügen ist der größte Betrug.
17.
Die Einsicht kommt meist zu spät. Des Menschen Fühlen lässt sich nicht beschreiben. Gutmütigkeit ist nicht immer Güte. Das Schlimmste sind Vorurteile. Erst Überlegen, dann handeln.
18.
Man fällt aus der Welt, wenn man sich nicht am Kampf ums Dasein beteiligt. Tun, möglichst wenig Schlechtes, Unrechtes, Falsches. Du tust ohne deinen Willen noch zu viel. Die Grenze zwischen Gut und Böse, Wahrheit und Trug ist schwer zu erkennen, denn zwischen beiden gibt es etwas, was man entschuldigen kann und was man zu dem einen oder anderen rechnen kann, der strengste Richter und der Klügste ist das Gewissen.
19.
Sich selbst beherrschen lernen manche Menschen nie, andre können sie beherrschen. Das Gerechtigkeitsgefühl eines Volkes ändert sich; nicht immer stimmen Volk Und Juristen überein, manches rügt das Volk strenger, manches verzeiht es eher. Handle nie im Zorn.
20.
Ruhe schützt vor manchem falschen Tun. Nichts ist unzuverlässiger als die Menge. Das Fremde, Bessere, Gefährliche hasst der Mensch und macht es schlecht.
21.
Immer Denken, immer Schaffen, das ist Leben. Schaffen und Unternehmen erhält Körper und Seele stark. Allzu feinfühlig ist auch nicht gut. Ruhe ist eine gute Kunst.
22.
Mut und Gestalt stehen oft in großem Gegensatz. Mut respektiert auch das wilde Tier. Übel, die dem Menschen nichts tun, lassen ihn völlig kalt. Arbeiten und Aufgaben, die nicht gerade eilen, nimmt der Mensch sorglos und ohne Ernst auf.
23.
Vaterlandsliebe geht bei den meisten bis zum Geldbeutel, wenn es dem Geldbeutel nicht nutzt, ist alle Vaterlandsliebe verschwunden. Es gibt zweierlei Feste. Solche, die man macht und mehr oder weniger feierlich verlaufen, aber auch solche, die keines Menschen werk sind, die aus den be-gleitenden Umständen in Natur und Geschichte entstehen.
24.
Alle Menschen sind Lehrmeister. Ungebildete Leute erkennt man an ihrem sich gehen lassen, an ihrer Kraftlosigkeit sich selbst gegenüber. Es ist wohl nicht ganz Unrecht: Unglück kommt selten allein. Helmut hat sich den Arm tiefer gebrochen (ein Knochen).
25.
Zu gern baut sich der Mensch Luftschlösser. Ein Unrecht zu verzeihen, schafft dem, dem man es verzieh, Gewissensbisse. Glücklich ist der Mensch, dessen Volk reiche Früchte von Sagen und Gebräuchen hervorgebracht hat und große Taten überliefert.
26.
Himmelfahrt In der Welt arbeiten, streben, versuchen möglichst wenig Schlechtes oder Unrechtes zu tun und so in der Arbeit, in der Natur Gott kennen zu lernen und überall zu sehen, das will Gott von uns. Die Wahrheit zu hören, ist nicht immer angenehm. Jeder dreht und wendet an einer Sache herum bis er sie sich und seinen Interessen bequem gemacht hat. Seine Gedanken behält der Mensch gern für sich. Nachsicht ist nicht allen eigen.
28.

Wenn der Mensch weniger vergesslich wäre, würde er sich vieles ersparen. Nicht jeder ist zu jedem geschaffen. Ein hässlicher Körper kann eine gute Seele beherbergen, doch wirkt er abstoßend, lächerlich.

29.
Das eine vergeht auf kostendes andern. Die einen Menschen sinken hinab die andern, strebsame steigen herauf. Jeder Mensch ist ein abgeschlossenes Ganzes Weisheit findet man überall.
30.
Ein Wort hat wohl verschieden Bedeutungen, doch sind die Bedeutungen sehr verschieden. Frechheit und Übermut und Dünkel sind Zeichen von Dummheit. Der Mensch staunt die Natur an und versucht sie zu erkennen. Nicht jeder ist zu Jedem geschaffen.
31.
Mai Ein und dasselbe kann man durch sehr verschieden Mittel erreichen. Lust und Freude kommt erst beim Werk. Jeder soll das tun, was er am besten kann.


Juni

1.
Wenn Gott spricht schweigt der Mensch, der Starke in Bewunderung, der Schwache in Angst. Spott kommt vom schlechten Gewissen. Jedes Wort, dessen Bedeutung man sich nicht erklären kann, soll man nicht gebrauchen. Ein Ziel ist das Leben.
2.
Nie ist des Menschen Können vollendet. Immer lernt er und schafft er. Nicht alle Menschen sind gleich mitteilsam. Viele verschließen Empfindungen und Gefühle in ihrer Brust, andre müssen es unbedingt andern erzählen.
3.
Lügen ist leichter als die Wahrheit sagen. Hoffen und sich Täuschen wechselt immer wieder ab.
4.
Die Anschauungen sind sehr verschieden. Empfinden wird oft vom anerzogenen Rechtsbegriff ertötet, das Tier kennt seinen Herrn, doch es wehrt sich auch manchmal vor ihm. Kasten entstehen entweder aus Dummheit (Dünkel) oder aus Klugheit.
5.
Nicht jeder ist zu allem zu gebrauchen. Nicht alles zeigt man allen. Vieles, was mit dem Alter zusammenhängt, wird viel lächerlich gemacht.
6.
Selten geht alles nach des Menschen Willen, er muss sich den Umständen fügen. Anfang! Wenn du nicht wärst oder wenigstens leichter wärst, vollbrächte man mehr. Nicht alles kann der Mensch verbergen, in seinem Tun verrät er sich. Gehorchen und Sich-Fügen ist schwerer als befehlen und trotzen.
7.
Charaktereigenschaften werden oft anerzogen. Die Verhältnisse sind auch maßgebend. Man täuscht sich oft an Menschen. Unzufriedenheit ist das verbreiteteste Laster.
8.
Unerwartet ist die Freude am größten. Freundlichkeit kostet nichts und wirkt ermunternd auf die Menschenseele. Nicht aus Klugheit oder aus Nutzen allein sucht ein rechter Mensch Freundschaft. Die Seele sucht Mitempfindung und Teilnahme.
9.
Schwer ist es sich vor Neid zu hüten. Der Frühling erweckt in dem Menschen Wanderlust und Abenteurergeist. Launen sind schlimme Feinde des Friedens.
10.
Auf Hoffen beruht das Leben. Ein großes Unverstehen und Irren ist das Leben. Durch Gifte heilt man Krankheiten. In feindlicher Absicht taten Fremde dem deutschen Volk viel Gutes. Es ist hundsmäßig kalt, man muss noch einböten.
11.
Beeinflussbare Massen gibt es in allen Klassen. Rohheit zeugt von Dummheit, Frechheit im gebräuchlichen Sinne des gleichen. Takt ist jedem Menschen angeboren, er muss ihn nur zu gebrauchen wissen. Ein und das Selbe kann man durch sehr verschiedene Mittel erreichen. Lust und Freude erst beim Werk. Jeder soll das tun, was er am besten kann.
15. Viel Schönes bietet die Welt, nur schade, dass wir Sklaven sind, Sklaven der Umstände, der Verhältnisse. Das Gute kann der Mensch nicht gänzlich in sich vertreiben.