Der Kirchenkreis


Im alten Synodalbuch steht darüber geschrieben:

Ad Tanglymensem Synodum pertinent ... Zum Kirchenkreis Anklam gehören Bargescho, Kagendorp, Ducherow, Ratibur, Hagen (Altwingshagen), Putzahr, Wusseken, (eingeschoben) Boldekow ab 1570, Teterin, Jarpenzin Spantkow, Iuen, Gramtzow, Kryn, Medow, Blesewitze, Görike, Czyten. Es waren also - Anklam dazu gezählt - 23 Pastoren und Pfarrstellen. Doch im 16. Jahrhundert wurde Japenzin mit Iven vereinigt. Weitere Pfarrstellen verloren im 17. Jahrhundert ihre Selbstständigkeit als infolge der vielen Kriege große Teile des Kreises verwüstet und entvölkert waren: Görke kam zu Blesewitz, Putzzar, Boldekow und Wusseken wurden eine Pfarre, erst 1738 kam es zur Aufteilung in die beiden Pfarrsprengel Boldekow-Putzar und Wusseken, für das der Pfarrsitz auf Anordnung des Patrones, des Feldmarschall Kurt Christoph von Schwerin in das von ihm erbaute Schloß verlegt wurde, in dem auch eine Schloßkapelle entstanden war. Als nach dem Nordischen Krieg die Peene die Grenze zwischen Schweden und Preußen wurde, schied auch Zythen aus. Auch in unserer Zeit kam es zu weiteren Veränderungen im Kirchenkreis Altwingshagen wurde dem Kirchenkreis Ueckermünde zugeteilt. Für Leopoldshagen steht dies evtl. bevor. Blesewitz und Teterin sind nicht mehr besetzt. So sind es zur Zeit nur noch 15 Pastorinnen und Pastoren, die im Kirchenkreis Anklam ihren Dienst tun. Die Leitung des Kirchenkreises hatte seit der Reformation zunächst der Pastor an der Marienkirche, die man als die Hauptkirche ansah. Seit Magister Budde aber war mit kurzer Unterbrechung bis 1830 dies Amt mit dem Pastorat an der Nikolaikirche verbunden. Magister Franz Budde hatte bei seiner Wahl 1681 gebeten, aus wirtschaftlichen Gründen in seiner Pfarrstelle an Nikolai bleiben zu dürfen. Seit 1830 waren schließlich mit einer Ausnahme Landpastoren zugleich Superintendenten, so Bartsch-Kagendorf, Belling und Braun in Medow, Schwabedissen-Iven und Jungmichel in Spantekow, der aber 1927 nach Anklam-Nikolai ging. Seitdem ist das Amt wieder jeweils mit einem Pfarramt in Anklam verbunden.

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