Beruflicher Werdegang
(aufgeschrieben von Gerhard Becker 2003)

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Abitur Gymnasium Anklam feierliche Entlassung am 7. April 1930; will Theologie studieren
Sommersemester 1930 Universität Greifswald
Wintersemester 1932 Universität Königsberg
Meldung zum 1. Examen 1933
nach Abgabe der schriftlichen Arbeiten erkrankt 1934
zur Erholung als Prädikant 1. pfarramtlicher Dienst in Leopoldshagen bis Herbst 1935
Predigerseminar in Stettin-Kückenmühl ein halbes Jahr
1936 Vakanzverwaltung 2. Pfarrstelle Jakobshagen für ein halbes Jahr auf Wunsch vorpommersche Gemeinde
Dargitz und Jatznik, später geteilt. Nach Konfirmation in Dargitz und in Jatznik 1937 nach Plönzig, Krs. Pyritz, kleine Vakanz Vorbereitung zum 2. theologischem Examen 15. September
Ordination 28. September in der Schlosskirche-Stettin für den Provinzialverein für die "Innere Mission"
am 10. Oktober 1937 nach der letzten Amtshandlung in Plönzig begann in Stettin die Vorbereitung für volksmissionarische Wochen im Winterhalbjahr, die Jochen Fuchs und ich beide als ehem. Pfadfinder für Wintereinsätze für fähig angesehen, abhalten sollten.

Einsätze der Wochen zur Abwehr antikirchlicher Propaganda der Partei:

1. Kronheide bei Stettin 25.Oktober - 7. November 1937 (Stettin)
2. Kladow Kehrberg b. Bahn 11. - 21. November 1937
3. Kreis Regenwalde 29. November - 12.Dezember 1937
4. Rappin auf Rügen 3. Januar 1938, abgebrochen Verbot
5. Starkow Velgast ungehindert 20. - 30. Januar 1938
6. Bodsted 4. - 13. Februar 1938
7. Pfarrbezirk Sassen 25. Februar - 6. März 1938
8. Wiepkenhagen, Krs. Barth, 12.- 16. März 1938
9. Bezirk Zarnekow bis 27. März 1938


Für den Rest des Hilfspredigerjahres wurden Jochen Fuchs und ich auf unseren Wunsch im selben Kirchenkreis in die Pfarren Werder und Altenhagen eingewiesen mit der Erlaubnis schon vor Beendigung der Hilfsdienstzeit um die Pfarre bewerben zu dürfen. Wovon ich keinen Gebrauch machte, weil ich gern, wie mein Freund Max-Heinrich Flos, eine kurze Zeit eine deutsche Gemeinde in Brasilien kennen lernen wollte, weil aber der erste Heimaturlaub von drei Jahren auf sechs erhöht worden war und eine Dampferfahrt noch drei Wochen brauchte, musste ich im Blick auf die Familie (Vater war nicht gesund und schon bald im Rentenalter) eine Bewerbung um die 2. Pfarrstelle an der Garnisonkirche Stettin führte nach der Probepredigt zur Annahme. Aber wie mir nach persönlicher Rücksprache gesagt wurde, die Partei verbietet die Einführung. Dass ich guten Kontakt zur Jugend hatte, ärgerte einen Ortsgruppenleiter von Altenhagen.

So wurde ich bei Kriegsbeginn nicht als Pfarrer, sondern als Soldat eingezogen und kam erst noch Ostern 1948 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft frei, weil ich nach weiterer schwerer Erkrankung (Ruhr) nicht mehr arbeitsfähig war. Als Wohnort hatte ich Usedom angegeben, denn dort hatte mich während eines Urlaubs am 30.10.1944 der Bevollmächtigten-Ausschuss der Kirchengemeinde Usedeom in die erste Pfarrstelle berufen, aber als ich nun kam, war kein Platz mehr für mich. Die beiden Pfarrstellen wurden von Flüchtlingspfarrern verwaltet. So verzichtete ich auf mein Recht, zumal noch andere Gründe dafür sprachen, die mir bisher unbekannt gewesen waren.

Ich hielt mich bei meinen Eltern in Anklam auf, wo mir Sup. Lic. Scheel von Kagendorf sprach, für das man einen jüngeren Pfarrer suche. Schon am 1.7. wurde ich mit der kommissarischen Verwaltung betraut und am 24. September 1948 berufen. Es war sehr viel zu tun, doch ich hatte das Gefühl, dass ich gebraucht würde. Die Leber allerdings meldete sich schon im ersten Winter und zwang mich ins Bett. Kuren in Mergentheim (Hilfswerk) halfen, aber die sechs Friedhöfe und sechs Kirchen und Kapellen liessen es im Winter nicht zur Heilung kommen.

Die Pfarre Dersekow bei Greifswald wurde mir genannt (1954). Der Pfarrbezirk grenzt direkt an Greifswald, es gibt nur eine Kirche und eine Kapelle, also keine so große Erkältungsgefahr. Am 16.05.1954 hielt ich die Predigt. Es fand die Wahl statt. Noch vor der Einführung in Dersekow wurde mir kommissarisch am 22.06.1954 der Vorsitz des GKR (Gemeindekirchenrat) übertragen. Am 01.07.1954 fand unser Umzug statt. In Dersekow blieben wir bis zu meiner Pensionierung von 1954 an. Am 7. Oktober 1976 zogen wir in die freigewordene Mietswohnung in Anklam, auf die ich rechtlich einen Anspruch hatte, weil mir das Haus meines Vaters zu einem Drittel gehörte. Der aber durch anderweitige Besetzung übergangen wurde. Erst Einspruch beim Bezirk verhalf uns dann zu dieser Wohnung. Vielen in Stadt und Kirchenkreis war ich bekannt, so wurde ich wie selbstverständlich wieder Archivpfleger für den Kirchenkreis, übernahm mit Kantor Grosch die Kirchenöffnung, die Martin Afheld, der Pastorsohn begonnen hatte, war Mitglied des Konvents und der Kreissynode u.a..